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Rückblick 2010

 

 

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Rückblick 2010

„Ich freue mich, dass ich Sie hier zwei Tage begleiten darf, denn als Journalist ist man natürlich besonders fasziniert von unabhängigen Politikern", so begrüßte Moderatorin Natalie Steger (ZDF) die Teilnehmer der fünften Bundestagung parteiunabhängiger Bürgermeister und Landräte. Natalie Steger strahlte genau das aus, was die Teilnehmer der BupuB ausmacht: Aufgeschlossenheit und Sachlichkeit im Gespräch, gepaart mit hoher Professionalität.

Die angenehme, offene Atmosphäre - in der sich auch die ehemalige GRÜNEN-Chefin Gunda Röstel als Nicht-Parteilose sehr wohl fühlte - ist sicherlich kein unwesentlicher Grund, warum über zwei Drittel der Besucher zum wiederholten Mal dabei war. Darüber hinaus brachten die zahlreichen Fachvorträge sowie die vielen, angeregten Gespräche mit den Amtskolleginnen und -kollegen am Rande der Veranstaltung den Zuhörern wieder wichtige Erkenntnisse für ihre tägliche Arbeit.

„Beliebt, engagiert, in keiner Partei" schrieb die Welt am Sonntag anlässlich der BupuB 2009. „Da muss man sich fragen, wie beliebt sind eigentlich unsere Politiker oder ist das Parteiensystem vielleicht sogar am Ende?" wandte sich Natalie Steger gleich zu Anfang an Klaus-Peter Schöppner (TNS Emnid) und dieser gab dazu Antwort in seiner Eröffnungsrede "Wie Wähler wirklich wählen."


Aus seinem spritzigen Vortrag, untermauert mit vielen wertvollen Details aus bundesweiten Umfragen, konnten die Teilnehmer wichtige Informationen gewinnen. Zum Beispiel, wie die Bürger „ticken" und wie mit einer „Politik nach Masterplan" unter Bürgerbeteiligung die eigene kommunale Arbeit zum Erfolg geführt werden kann. Gute Arbeit und Anerkennung bei den Bürgern erhöht bekanntlich nebenbei die Chancen auf eine Wiederwahl, aber Klaus-Peter Schöppner gab darüber hinaus aus seinem großen Fundus an Daten auch einen Überblick, mit welcher Strategie ein Herausforderer gleichermaßen bei den Wählern punktet.

Dass mittlerweile gerade bei der Wahl von Bürgermeistern die „Überparteilichkeit" eine wesentliche Rolle spielt und ein Parteiloser allein deshalb schon gute Chancen haben kann, dafür sind die Teilnehmer der BupuB der lebende Beweis. Wenn die Bürger der Parteipolitik überdrüssig werden, dann wählen sie offenbar entweder gar nicht oder „parteilos". Darin besteht eine stark entwicklungsfähige Zukunft für die Unabhängigen.

Im darauf folgenden Vortrag belegte Gunda Röstel (ehem. Vorsitzende Bündnis 90/DIE GRÜNEN) eindrucksvoll, dass es auch für Politiker nach ihrer Politikerkarriere eine Zukunft gibt. „Strategische Partnerschaft - Eine Antwort, um Herausforderungen zu meistern" lautete der Titel ihrer Ausführungen, in denen sie - nunmehr als Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden GmbH - detailliert erläuterte, wie eine Öffentlich-Private-Partnerschaft zur Zufriedenheit aller Beteiligten geplant und durchgeführt wird.


Im Anschluss daran gaben Katharina Stecher und Patrick Borgschulte (ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs AG) Einblicke in die Welt des Strafrechts und wie sicht eine Kommune vor den finanziellen Risiken aus Haftungsfragen schützen kann, ehe schließlich auf dem „Marktplatz der Ideen" einzelne Bürgermeister die Gelegenheit nutzten, ihre eigenen Themen vorzustellen.

Natürlich kam zum Ende dieses arbeitsreichen Tages das leibliche Wohl nicht zu kurz, wobei die Teilnehmer auch noch während des Abendessens bis in die späten Abendstunden miteinander angeregte Gespräche führten.


Am zweiten Tagungstag wurden die Themenkomplexe „Klimawandel" und „Deutsche Sprache" intensiv behandelt. Zunächst informierte Dr. Mark Fleischhauer (TU Dortmund) die Zuhörer darüber, was vonseiten der Raumplanung zu erwarten ist, während Volker Carle (Bürgermeister der Gemeinde Cölbe) sein "Interkommunales Klimaschutzkonzept KLIMAX" vorstellte. Für die anschließende rege Diskussion wurde das Podium verstärkt durch Carda Seidel (Oberbürgermeisterin der Stadt Ansbach), die von den Erfahrungen mit dem Ansbacher Klimaschutzkonzept berichtete.

Im zweiten Themenkomplex des Tages gab Michaela Blaha (IDEMA an der Ruhr-Universität Bochum) zu „Amtsdeutsch a. D.? - Verständliche Sprache in der Verwaltung" zahlreiche Verirrungen der deutschen Amtssprache zum Besten, immer verknüpft mit Hinweisen darauf, wie man besser formuliert und dem Amtsdeutsch wirkungsvoll den Kampf ansagt.

Dass der Schlussbeitrag vom Veranstalter nicht nur mit Blick auf den "Spaßfaktor" gewählt worden war, sondern durchaus für die Praxis wertvolle Anregungen bot, bewies Dr. Rolf Bernhard Essig (Autor und Kolumnist) mit „Gut gebrüllt Löwe!". In seinem launigen Vortrag stellte er nicht einfach nur Sprichwörter und ihre Bedeutung vor, sondern gab nützliche Hinweise, wie man mit diesen Reden aufpeppen und sogar Politik machen kann - wenn man die Sinnsprüche bewusst einsetzt.


Mit Sprichwörtern Politik machen? Wer es nicht glauben mochte, der durfte einen kurzen Exkurs zum Vorwahlkampf von Barack Obama machen, der in seine Reden ganz bewusst viele Hundert Sprichwörter und Redensarten einflocht. Erfolgreich, wie man heute weiß.

Ob den Teilnehmern der BupuB 2010 - gerüstet mit so vielen Informationen und Kontakten - bei ihrer weiteren Tätigkeit nun ein „Yes We Can! auf Parteilos" glückt? Man wird sehen.

Fazit:

Auch die BupuB 2010 war wieder eine Veranstaltung mit einem vielfältigen Themenspektrum, das überwiegend gut ankam. Sogar Politprofi Gunda Röstel bekannte: „Eine solche Themenbreite habe ich auf einer Tagung noch nicht erlebt". Und „BupuB-Neueinsteiger" Christian Thegelkamp, Bürgermeister der Gemeinde Wadersloh, zeigte sich begeistert: „Ich habe schon am ersten Tag so viel wertvollen Input bekommen!"

Eine Einschätzung, der sich auch die meisten anderen Teilnehmer anschlossen. OB Carda Seidel gestand am Rande „Ich habe mir diese zwei Tage gestohlen" und Bürgermeisterkollege Bernd Albers aus Stahnsdorf fügte hinzu: „Aber es hat sich wieder gelohnt! Das sollte man allen anderen Kollegen, die noch nie dabei waren, einfach mal mitteilen".

Ein herzliches Dankeschön gilt nachträglich allen Sponsoren, Partnern und Helfern der Veranstaltung.

16.04.2010 – S-Z & Partner


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